Projekt

Resilienz von Kommunen stärken

Die Energieerzeugung aus Sonne und Wind unterliegt natürlichen Schwankungen, da sie von Wetter- und Tagesbedingungen abhängt. Gleichzeitig ist auch der Energiebedarf nicht konstant, sondern verändert sich nach Uhrzeit, Jahreszeit und Verbrauchsverhalten. Um die Belastung der Netze zu reduzieren und die energiebezogene Resilienz von Kommunen zu erhöhen, entwickeln wir ein Konzept zum lokalen Energieausgleich. Das Ziel: eine autarke, klimaneutrale Energiegewinnung und -speicherung.

Flowsheed biovolatil

Nachhaltige Rohstoffe

Im Rahmen des Verbundprojekts »biovolatil« entsteht ein Konzept, das auf einer Erweiterung der bestehenden Systeme durch Biomassevergaser mit Blockheizkraftwerken (BV-BHKW) und Geothermiesystemen (UTES) basiert. Die Vergasertechnologie nutzt anderweitig nicht verwendbare, lokale Biomassen – nachhaltige Rohstoffe, die in BV-BHKW einen Mehrwert erzeugen können. Wir evaluieren zum einen die unterschiedlichen Vergasertypen. Zum anderen führen wir Praxistests an einem kommerziellen BV-BHKW, um die Einsatzfähigkeit zu optimieren und Daten für die Modellbildung zu generieren.

Durch den Einsatz von UTES kann Wärme saisonal gespeichert und ausgeglichen werden. Das steigert die Effizienz der BV-BHKW. Insbesondere werden mitteltiefe UTES verwendet, da ihr höheres Temperaturniveau eine größere Energieausbeute und eine vielseitigere Wärmebereitstellung ermöglicht. Die saisonale Beladung steigert die Gesamteffizienz des Systems, indem die in den warmen Monaten eingespeicherte Wärme das Temperaturniveau im Untergrund regeneriert.

Integration in bestehende Systeme

Die Praktikabilität des neuen Konzepts wird anhand zweier Modellkommunen – Oberhausen und Zittau – getestet. Wir bewerten gezielt die Voraussetzungen im städtischen und ländlichen Raum, um die Integration in verschiedene bestehende Systeme zu demonstrieren. Ein Vorher-Nachher-Vergleich verdeutlicht die Einsparung von Treibhausgasen, die gesteigerte Autarkie zur Resilienzförderung und die Wirtschaftlichkeit.

Wer profitiert von »biovolatil«?

Für die Übertragbarkeit des Konzepts auf weitere Standorte erarbeiten wir verschiedene Szenarien. Sie definieren die Kriterien für den spezifischen Einsatz der Technologie vor Ort. 

Lokale Energieversorger

  • können ein diversifiziertes Energieportfolio entwickeln.
  • erhalten Entscheidungsgrundlagen für Investitionen in innovative Technologien.

Betreiber bestehender Anlagen

  • gewinnen Einblicke in neue Nutzungsmöglichkeiten ihrer Infrastruktur.
  • können die Wirtschaftlichkeit und Flexibilität ihrer Anlagen besser einschätzen.

Kommunen und Regionen

  • profitieren von belastbaren Kriterien zur Integration erneuerbarer Technologien.
  • stärken ihre Resilienz und Versorgungssicherheit durch angepasste Energiekonzepte.